• Salon Frankfurt Rhein Main
Motto

Für Politik, Gesellschaft und Kultur, wie wollen wir leben?

Termine: 

am zweiten Montag im Monat, jeweils von 20:00 – 22:00 Uhr
Eintreffen ab 19:30 Uhr

Nächster Termin: 

Montag 10. Dezember, Europäische und globale Herausforderungen - Was machen wir als Integrale?

Ist es Zeit öffentlich Stellung zu beziehen, uns zu organisieren unser Wissen für die nötigen Transformationen zur Verfügung zu stellen? In welchem Rahmen kann das geschehen?

Veranstaltungsort

Gastgeber ist Eugen Kaufmann-Thomassen: Frankfurt am Main, Hans-Thoma-Straße 5

Fragen, die wir im Salon besprechen wollen
  • Hat die Evolution eine bestimmte Tendenz?
  • Was bedeutet es, wenn wir heute sagen, dass immer komplexere Strukturen entstehen?
  • Welche Rolle spielt dabei das Internet?
  • Gibt es latente Anzeichen für eine Gesellschaft, die ohne die Zerstörung der Biosphäre zurechtkommt?
  • Was bedeutet das für unsere Wirtschaft, wenn wir sagen, die Ökonomie soll sich am Gemeinwohl orientieren?
  • Wie bricht sich diese Entwicklung Bahn?
  • Welchen Rahmen der kreativen Auseinandersetzung brauchen wir?
  • Welche neuen Formen eines gesellschaftlichen Dialoges sind dafür geeignet?
  • Welche Rolle spielt die Kunst für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft?
  • Und wie ist dem Populismus zu begegnen – auch der Gefahr diesem selbst zu erliegen?

Es könnte die Herausforderung für den Salon des Integralen Forums Rhein-Main für Politik, Gesellschaft und Kultur sein, herauszufinden, wo und in welcher Praxis sich hier und heute diese Tendenzen hin zum integralen Bewusstsein in unserer Gesellschaft, in der politischen Auseinander¬setzung und in den Werken der Kultur schon zeigen. Vielleicht könnte es sogar gelingen, diese Entwicklungen zu fördern.

Es wäre schön, wenn sich dafür eine Gruppe von interessierten Menschen über einen längeren Zeitraum an die Arbeit machen würde.

Wer ist dabei?

Geschichte des Salons

Gründungserklärung Januar 2017

Was fehlt uns eigentlich?

Unserer Art miteinander in unseren Städten, in Deutschland, im politisch vereinten Europa zu leben, fehlt etwas. Was? Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl, Tiefe, Glaube an eine gemeinsame, erstrebenswerte Zukunft, Freude an einer Perspektive und Vision? Ist es das?

Statt zusammen wertvolle und lebensfrohe Vorstellungen über die Zukunft zu entwickeln und daraus attraktive große Erzählungen (Narrative) in Umlauf zu bringen und uns für sie zu begeistern, drängt zurzeit das Trennende, Autoritäre sich ganz offensichtlich in den Vordergrund. Bis hin zum Hass. Viele Menschen sind erschreckt. Der Versuch, die verwirrenden Zeiten zu analysieren hat Hochkonjunktur und füllt die Zeitungen und Bildschirme. Weltweit. Was ist los?

Wir befinden uns in einer Zeit gravierender Umbrüche. Um all die gesellschaftlichen, technischen, politischen und kulturellen Entwicklungen, die sich in ungeheuer schneller und umfassender Weise vor unseren Augen vollziehen, einordnen zu können und politische Handlungsoptionen im weitesten Sinne daraus ableiten zu können, braucht es so etwas wie eine neue Kritische Theorie.

Eine neue Kritische Theorie in dem Sinne, dass zur Betrachtung eines bestimmten Themas möglichst alle bekannten Perspektiven aus Selbst, Natur und Kultur herangezogen werden. Dabei sollte auch erkenntlich werden, welche Perspektiven entweder nur randständig, oder sogar überhaupt nicht in Betracht gezogen werden in den aktuellen Diskursen.

Mit der Wahl Donald Trumps wird deutlich, dass die bisherigen Narrative einer Politik, die sich für Fortschritt und Entwicklung einsetzt, zu kurz greifen. Teile des Volkes verlieren den Anschluss. Die bisherige Politik mit ihren Konzepten bietet offenbar nicht mehr für alle Menschen im Land – inklusive der politischen Gegner – eine interessante Aussicht. Der Linken, die bisher in der politischen Auseinandersetzung zuständig war für Entwicklung, "fehlt eine fundamentale Analyse unserer Gesellschaft und des Menschen an sich und eine Geschichte, die überzeugend erklärt, warum wir dort sind, wo wir sind, und den Weg in eine bestimmte Richtung weist." (M.Lilla, SZ)

Der Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington, Bastian Hermisson, hat es auf dem Grünen-Parteitag kürzlich auf den Punkt gebracht. „Wir sollten uns an die eigene Nase fassen. Was moralisch richtig ist, wissen wir sowieso, und wir blicken mitleidig auf die anderen, die noch nicht soweit sind“, erklärte er in einer fulminanten Rede und warnte, das werde nicht reichen. Sein Rat war nicht Abgrenzung, sondern Öffnung: „Wir müssen mit Andersgesinnten Kontakt suchen. Ansonsten sind wir selbst Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.“

Wer sich gründliche Gedanken zur Evolution und vor allem zur Entwicklung des Menschen macht, der entdeckt in unserer bisherigen Geschichte eine stufenweise Entwicklung der Welt und des einzelnen Menschen in ihr. Jean Gebser nennt 1949 als erster überhaupt fünf Bewusstseinsstufen: Die archa-ische, die magische, die mythische Stufe, die heute vorherrschende mentale, rationale Struktur und die sich abzeichnende Mutation zum integralenBewusst-sein. Inzwischen wissen wir, wie jeder heranwachsende Mensch in seiner persönlichen Entwicklung diese Stufen neu durchlebt. Darauf aufbauend hat der amerikanische Philosoph Ken Wilber eine Kritik des modernen und postmodernen Denkens entwickelt und stellt etliche Werkzeuge und Landkarten zur Verfügung für unseren Weg zum integralen Bewusstsein. Dieses Knowhow wollen wir uns vertieft aneignen und für unsere Arbeit im Salon praktisch nutzen.