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Autor Thema: Erkenne SEIN und WESEN  (Gelesen 6321 mal)
Simone
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Beiträge: 117



« am: August 05, 2012, 12:53:46 »

Der Titel dieses Unterforums "Erkenne Ich und Selbst" ist noch nicht ganz das, worauf es mir aktuell mit meinem Kommen hierher heute geht, aber dieses hier gestartete "Experiment" ist auf jeden Fall schon mal einigermaßen nahe dran an dem.
Ich habe dieses Unterforum für mein neues Thema gewählt, weil mir hier der geeignetste Platz dafür zu sein scheint.

Wenn du wie ich einige Zeit ganz vom DA-SEIN aus gelebt hast, mit leeren Händen am Platz des Nichtwissens ... blind, taub und stumm vielleicht auch ... oder in Wirklichkeit einfach weiter bloß immer nur abstrakt-systematisch denkend und im lebendigen Denkwillen wie wirklich effektiv gelähmt ... wenn dir das aufgefallen ist ... und wenn du dich gefragt hast, wie Entwicklung von da aus nun weitergeht oder jedenfalls weitergehen könnte ...

... dann könnte dir vielleicht wie mir aufschlussreich, segensreich oder jedenfalls weiterführend werden das aktuell erschienene Buch von Mike Mosmuller "Johannes" zu lesen.

Darinnen geht es eben explizit um Betrachtungen bzw. Dialoge, welche geführt werden, um sich dem WESEN anzunähern, das, wodurch eine konkrete Erscheinung sich unterscheidet von einer anderen, neben dem, dass das SEIN das ist, was sämtliche Erscheinungen eint und gemeinsam haben.

Nur um von diesem Buch zu berichten und dorthin einzuladen, bin ich heute hergekommen.
Wenn den Eröffnern dieses Unterforums dieser Thread hier fehl am Platze erscheint, dann bitte verschiebt ihr ihn dorthin, wo ihr meint er würde da eher hingehören.

Evtl. nach einiger Beschäftigung mit "Johannes" ... und vielleicht auch nach dem Lesen weiterer, früherer Bücher der Autorin, für das "Johannes" jedenfalls im Integralen Kontext möglicherweise die beste Voraussetzung und Grundlage zu schaffen in der Lage ist ...
dann wird vielleicht auch interessant oder weiterführend sein können, Entwicklung mal nicht mehr nur spiralig immer weiter nach oben aufsteigend zu denken, sondern zu beginnen, Entwicklung als Siebenheiten zu denken, wo es jeweils eine Ko-Realtion gibt zwischen der 1.-7., der 2.-6. und der 3.-5. Stufe gibt, wobei aber das Frühere jeweils eher wie durch eine Umstülpung in die höhere Form "desselben" zu führen scheint.
Lorenzo Ravgali hat darüber geschrieben in "Aufstieg zum Mythos".
Dem entsprechend hätten wir dann nach der Moderne nicht zurückzukehren zum Mythos oder gar noch weiter zur Magie ... sondern wir hätten weiterzugehen und hinaufzustegen eben zu einem neuen Mythos und neuer Magie.

Sowas in der Art deutet sich mir gerade zumindest ganz im Kleinen, ganz uranfänglich an.
Das zumindest mal zu denken zu beginnen, dazu kann und will ich hier nur einladen.
Innerhalb des EINEN das Viele ... und was dabei das EINE und was dabei das Viele ist, diese Frage zu stellen und ihre Beantwortung zu erleben, das wird sich auf dem Weg möglicherweise auch als nicht unwesentlich erweisen.
Was der Einzelne dabei finden kann oder muss, das wird wohl vor allem auch bei und in ihm selbst liegen, nicht nur in seinem SEIN, welches er mit allen Erscheinungen gemeinsam hat, sondern wohl vor allem auch in seinem WESEN, das, worin er klar und deutlich unterschieden da ist, neben und mit allen anderen WESEN.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus "Johannes".
Seite 433 ff. - dort sagt Johannes über sich selbst aus:
"... In mir selbst ist es das individuelle Wesen, aber es kann sich differenzieren in das Sein aller Wesen, aller Dinge. Das eigene höhere Sein ist der Führer zu dem unendlich differenzierten Sein alles Übrigen, ja es scheint dieses zu umschließen.
Ich bin die Bekehrung im wörtlichen Sinne. ... Die ganze Menschheit steht an einem Wendepunkt, und ich bin die Umkehr. Ich bin der Punkt, zu dem jeder Mensch sich hinentwickelt. Der Punkt, wo der Mensch in äußerster Einsamkeit sich selbst begegnet und vor die Frage gestellt wird - oder richtiger gesagt, sich selbst die Frage stellt -: Was ist eigentlich der Mensch? Wie finde ich das eigentliche Menschsein? Diese Frage ist zugleich die Antwort. Wird die Frage gestellt, dann bin ich die Antwort. Die Umkehr der irdischen Blickrichtung in die kosmische. Nur die Umkehr der Blickrichtung bin ich, nicht das, was dann angeschaut wird, auch nicht die Kraft zur Bekehrung. Aber ohne mich bleibt alle Meditation irdisch, ...
... ich lehre, was ich bin.
... die Menschen erfahren zu lassen, was ihre Intelligenz ist, welche Abirrungen es gibt und was der rechte Weg ist, nämlich die völlige Umkehr nicht nur der Blickrichtung, sondern zugleich der ganzen inneren Andacht, des Erlebens und des Willens. ...
"

Über die Umkehrung des Willens hatten wir hier im Forum schon andere Threads.
Einmal mehr nun taucht dasselbe auch hier wieder auf, wenngleich in wieder anderer Form.

Soweit.
Denen die mögen, viel Inspiration und Erhellung beim Lesen.

« Letzte Änderung: August 05, 2012, 13:31:29 von Simone » Gespeichert
Simone
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« Antworten #1 am: September 29, 2012, 08:22:13 »

Jetzt habe ich angefangen mit "Suche das Licht, das im Abendland aufgeht" ... und da fällt mir gleich wieder dieser Thread hier ein ... einer für Philosophie-Interessierte.

Seite 17:
"Dieses Werk soll eine philosophische Schrift sein: Es will einen Versuch wagen, um im Denken selbst, dem Instrument und gleichzeitig dem Arbeitsbereich des Philosophen, den Punkt zu finden, wo des Zweifels Ursprung liegt.
Wir wollen diesen Versuch machen, ausgehend vom philosophischen Ideal: Wir wollen keinerlei außerhalb des Denkens liegendes vorbewußtes Wissen benutzen, keine Prämissen herbeiführen, jedoch versuchen, eine in sich geschlossene und doch freie Argumentation zu vollziehen, wo womöglich kein einziger unerläuterter Punkt die Argumentation schwächt oder zweifelhaft macht. Wir wollen den Zweifel als Phänomen ans Licht bringen und aufzeigen, wie dieser Zweifel dem Glauben Raum machen muss, dem Glauben als Phänomen - jenem Glauben durch selbstbewußtes Wissen, in dem Augenblick, da das Denken sich selbst wiedererkennt. ..."

Falls euch das anspricht ...
dann viel Spaß oder besser viel Erhellung beim Lesen.
« Letzte Änderung: März 16, 2014, 16:24:27 von Simone » Gespeichert
Simone
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« Antworten #2 am: Januar 12, 2014, 14:45:37 »

Liebe Leute,

nach 1,5 Jahren Pause will ich heute hier mal wieder etwas schreiben.
Den Impuls dazu hat mir gegeben, dass ich hier im Forum an verschiedenen Stellen bereits Mieke Mosmuller als auch für "Integrale" interessante Autorin genannt habe und dass ich gegenwärtig dabei bin, ihr aktuellstes Buch zu lesen: "Die Kategorien des Aristoteles - Die Buchstaben des Weltenwortes".

Dort auf Seite 191 ff. schließt sich für mich ein Kreis mit ihr, der für mich begonnen hatte damit, dass ich von ihr zuerst "Arabeske" gelesen habe. Damals war eine Frage offen geblieben. Jetzt ertönt das Antworten auf diese Frage von damals - wie als musikalisches Erleben innerhalb des Textes, den ich unten zitieren werde, in mir.

Wenn ich in ihrem neuen Buch das lese, welchem sie die Überschrift gibt: "Ein Alphabet für die Selbsterkenntnis", dann wirkt das in mir so auf mich, dass ich formulieren möchte:
mir scheint, als hätte damit sie "sich selbst in mir" als Lesenden (und also das durch sie Geschriebene in mir auf spezifische Weise Verlebendigende bzw. Auferstehen-Lassende) überwunden - aber indem ihr diese Selbstüberwindung in mir gelungen ist, hat sie zugleich den Drachen in der Welt und damit auch in mir überwunden, besiegt, gezähmt ... die Tat, welche zum 6.Siegel gehört.

Nun zum Text bei Mieke Mosmuller, in welchem sie ein Beispiel gibt, wie der denkend-erlebend-anschauende Mensch vermittels des Erkennen an Hand der zehn aristotelischen Kategrorien sich selbst erfassen und erfassend sich gestalten lernen kann.

 "Ein Alphabet für die Selbsterkenntnis

Wenn man anhand der Übungen aus 'Suche das Licht...' und 'Meditation' einen Punkt erreicht hat, an dem man Kraft im Denken zu spüren beginnt, hat man sich selbst als Denker, der zugleich Gedanke ist, gefunden. Man ist von dem Erkenntnisprozess ausgegangen, wie man ihn in der (Natur-)Wissenschaft handhabt; hat daraus allen sinnlichen Inhalt ausgeschlossen; hat gelernt, sich im Denken an sich, das dadurch zugleich Wille an sich ist, aufrechtzuerhalten; man hat gelernt, dies zu fühlen, als eine rein geistige Kraftentfaltung gewahr zu werden.

Nun steht man seiner geistigen Aktivität gegenüber, sich selbst in geistigem Sinne. Außerhalb der Meditation ist man ein leibliches Wesen mit einer Biographie. Das ist man jetzt nicht, man hat sich davon gelöst, und man steht nur seinem Denk-Willen als Realität gegenüber. Diesen schaut man an.  Er ist einem so eigen wie nur möglich, aber zugleich unbekannt, das heißt: der eigene Erkenntnisprozess hat sich damit bisher nicht beschäftigt. Während im leiblichen Leben ein kompliziertes Wesen von Geist, Seele und Leben zur Erscheinung kommt, erscheint hier im Inneren ein Kraftwesen rein geistiger Art. Diese Substanz ist viel weniger begrenzt als im leiblichen Leben, wo man einen abgesonderten Leib hat. Nun ist man ein sich bewegender Willenspunkt im Denken, obwohl dieser Punkt zugleich Umkreis ist, denn man ist alle Punkte gleichzeitig, auch der Punkt des Zuschauers, desjenigen, der schaut. Das alles gehört zu einer Substanz, die man selber ist, von der man aber zugleich weiß, dass man nicht so in sich selbst abgesondert ist wie in seinem physischen Leib. Es könnte sehr gut sein, dass sich in dieser wirbelnden Welt, die die eigene Aktivität ist, auch andere Wesen offenbaren. Vorläufig erlebt man nur sich selbst - weil man sich noch nicht völlig zum Objekt werden lassen kann. Der Zuschauer will zugleich Akteur bleiben, damit drückt man dem totalen Umfang des eigenen Erlebens seinen geistigen Stempel auf.  

Um frei von seinem Leib und den Sinnen zu bleiben, muss man streng und rein in der Zeit leben. Aller Einfluss des Raumes muss aus dem inneren Erleben verschwinden, wenn man sich in dem freien Element des wollenden Denkens aufrechterhalten will. Dafür ist es nötig, dass man als Initiator des Denkens sowohl Zuschauer als auch Objekt ist. Erst wenn die Freiheit vom Physischen so groß ist, dass die Aktivität im Denken vorhanden bleibt - gleichsam weiterläuft -, während man völlig zum Zuschauer wird, kommt das Denken in die volle Anschauung. Man hat dann ein schauendes Bewusstsein, und der Denkstrom braucht nicht mehr nacheinander hingestellt zu werden, sondern tritt in einem Nebeneinander in die Anschauung.

Die Zeit wird zum Raum. Dennoch bleibt man in einer Ohnmacht gefangen. Man schaut das Denken, das man selbst initiiert hat, doch dieses läuft nach allen Seiten, ohne etwas anderes zu finden. In seinem Leib ist man von seiner Haut umschlossen, hier nun scheint man unbegrenzt auszufließen, in einer immer weiter zunehmenden Verdünnung. Die eigene Begrenzung liegt nicht in der Peripherie, sondern im Zentrum. Da befindet sich ein Punkt. Die geistige Haut ist ein Punkt, ein sich bewegender Punkt. Man empfindet, wie sich dieser Punkt zur geistigen Welt erweitern müsste, aber es bleibt ein fest begrenzter Punkt.

Die Kategorie Quantität wird hier zum Problem. Es gibt nur ein geistiges Wesen, das ist man selbst. Die Anzahl ist Eins. Eine Größe fehlt, denn in dem zwar unendlich in den Umkreis auslaufenden Denkstrom lebt man als Punkt im Zentrum, ohne Ausbreitung, ohne Inhalt. Man möchte etwas berühren, etwas wahrnehmen. Aber es gibt nichts, in dem ganzen weiten Umkreis gibt es nichts ... außer diesem wollenden Denkpunkt. Keine Größe, kein Gewicht, Eins in der Anzahl.
Man ist da, aber man ist nichts. Ein ungeöffneter Punkt. Man scheint alles besser zu kennen als sich selbst. Außer dem eigenen Leib und der eigenen Biographie ist einem nichts bekannt - und diese beiden hat man losgelassen. Man hat nur sein Sein, in einer zum Raum gewordenen Zeit, und die Einsamkeit ist größer, als man es sich vorstellen kann. Man fühlt wie die eigene Selbsterkenntnis an eine Grenze gekommen ist, die man nicht überschreiten darf. Offenbar ist man nicht würdig, um zu sich selbst durchgelassen zu werden.

Dann beginnt etwas in einem, zu Bewusstsein zu kommen. Es war zuvor schon viele Male da, stets hat man versucht, es festzuhalten, und dann wieder vergessen. Vielleicht vergisst man es gleich wiederum, doch nun ist man sich in zunehmendem Maße bewusst: Ich habe noch immer den sinnlichen Standpunkt im Erkennen. Ich glaube, ich müsse von dem Punkt aus, der ich selbst bin, um mich herum eine geistige Welt wahrnehmen. Aber so ist es nicht. Man ist ein Punkt und Zuschauer dieses Punktes, und man hat schon so viel von dem äußeren Leben abgelegt - weiter kann man doch nicht gehen?

Dann plötzlich wird man gewahr, dass man sich innerlich nochmals umdrehen muss. Man lebt als Zuschauer in einer geistigen Welt, der dreizehnten Kategorie. Damit schaut man sich selbst als wollenden Denkpunkt, als denkenden Willenspunkt. Die dreizehnte Kategorie, die geistige Welt, bleibt immer in der Finsternis, wenn man das Licht nicht darauf fallen läßt. Der Denkpunkt wird zum Auge, mit dem man sich selbst, der Zuschauer war, sehen lernt. Dann aber sieht man sich selbst nicht mehr als Einzelnen in einer Leere aus Denkkraft; die Denkkraft sieht einen in die Geistwelt eingebettet. Von dem modernen Geistsucher wird verlangt, sich zweimal umzukehren: Zuerst ein Umkehren vom Denkerblick auf das Denken selbst, dann aber ein zweites Umkehren, so dass mit dem so gefundenen Denken der Denkerblick beleuchtet wird, der zugleich Willenswelt ist. Der anschauende Zuschauer wächst zur Bühne aus, auf der sich die geistige Welt zeigen will.

Die Kategorie Quantität bekommt Inhalt: Aus der Ein-heit entsteht die Vielheit, der Punkt ist Unendlichkeit.
Majestätische Größe blüht aus dem umgestülpten Punkt hervor. Man entdeckt, dass das Denken nur Licht werfen kann, es hat selbst keinen Inhalt. Wenn man auf das Denken schaut, stößt man nirgendwo an, man greift ins Nichts. Das Denken muss auf einen selbst schauen.
Aber die Einheit wird nicht auf einmal zur Vielheit. Was zuerst Einheit war, wird Dreiheit. Meditieren bringt einen dazu, sehr detailliert innerlich wahrzunehmen, und in dieser denkenden Differenzierung beginnen sich im Gewahrwerden der eigenen Seele Unterschiede zu zeigen. Das Denken, Fühlen und Wollen werden gesondert erlebbare Gebiete. Ein tieferes Vordringen in das eigene Wesen führt dann zu einem Erleben von vier elementaren Grundkräften (Erde, Wasser, Luft und Feuer), die den physischen Leib am Leben erhalten und in dem (im Physischen) dann zwölf Sinne in ihrem Wesen erlebt werden. Eine ausführliche Beschreibung dieser Erfahrungen findet man in 'Meditation', vor allem aber in 'Das menschliche Mysterium'. [Unterstreichungen in diesem Absatz von mir]

Kann man in dem, was man jetzt anschaut, Qualität unterscheiden? Man erlebt sich selbst als denjenigen, der immer als Wächter neben allen Gedanken, Gefühlen und Taten gewacht hat. Es ist das eigene zum Leben erweckte Gewissen, was man nun anschaut. Man entdeckt sich selbst als guten Willen im Kontrast zu dem, was man im Leben tatsächlich geworden ist. Man möchte so sehr ganz und gar eins mit seinem guten Willen sein, diesen nie mehr loslassen und vergessen ... Das ist die erste Qualität, die man anschaut und erlebt: den moralischen Willen und die Abirrungen von diesem, die Ohnmacht, diesem treu zu bleiben, und die Tatsache, dass man ihn dennoch immer wieder zu Rate zieht.
So kann man sich selbst als unvollkommen im Denken, Fühlen und Wollen erleben, aber mit der grandiosen Potenz begabt, sich zu vervollkommnen. Man fühlt, dass das, was man wirklich wert ist, vorläufig noch auf Gnade beruht, einem geschenkt ist von Mächten, die viel größer sind als man selbst. Das stimmt einen dankbar, und zugleich verpflichtet es einen zur Vervollkommnung. Dank und Pflicht fließen hier in einem Kräftestrom im Fühlen zusammen.

Damit hat man zugleich seine Relation zur geistigen Welt, zum geistigen Makrokosmos erfahren. Man ist wie ein aufwachsendes Kind, das zur Selbstständigkeit erwacht. Bevor man dieses Bewusstsein entwickelte, wurde man unbewusst geleitet. Nun wird man sich dieser Leitung bewusst, und damit nimmt man immer mehr selbst die Herrschaft in die Hand.

So hat sich der eigene Standpunkt, die eigene Position, ganz verändert. Man hat dermaßen durch und durch erlebt, wie gering der eigene Anteil im Denken, Fühlen und Wollen erst ist, wie sehr man es in der Vergangenheit unterlassen hat, sich weiter zu entwickeln, dass man jetzt die Gnade des Einströmens der geistigen Welt erfahren darf. Bei allem, was man leistet, lernt man sagen: Nicht ich, sondern Christus (als allumfassender, makrokosmischer Geist) in mir lässt mich dies vollbringen. Die eigene Freiheit liegt in dem Zur-Verfügung-Stellen seiner Seele für diesen allergrößten Impuls. Wach ist man da, wo man sich früher in tiefem Schlafe befand. [Unterstreichungen in diesem Absatz wieder von mir]

Dieses Erwachen verlangt ein Opfer: Man ist wie der reiche Jüngling (von Sais; e.A), der nichts von dem, was er besitzt, behalten darf, wenn er das Reich der Himmel betreten will. (Parzifal muss man werden - der reine Tor, in Reinheit nicht-wissend - doch fragend dann durch Mitleid wissend; e.A.) Alles, was man hat, muss man zurücklassen, um danach mehr zu haben, als es je möglich wäre, wenn man sich selbst überlassen wäre. Natürlich kann man seinen irdischen Besitz (seine Kenntnisse, seinen Gefühlswert, sein Wunschleben) vergrößern, ohne dieses Opfer zu bringen. Das ist ein anderer Weg, nicht der zu dem Reich der Himmel.
Vorerst ist man nicht imstande, selbst schaffend in die geistige Welt einzugreifen.

Ein Tun vom Geiste aus kommt vorläufig auf Erden zur Äußerung, in den eigenen moralischen Handlungen. Im Geiste wird in einem gedacht, gefühlt und gewollt, dies muss man in vollkommener Duldsamkeit erleiden.

Es ist Leiden ohne Leid, weil man es frei gewollt hat.

Das Obenstehende ist nur ein erstes Beispiel des meditativen Umgangs mit den Kategorien in der Selbsterkenntnis, als dreizehnte Kategorie. Im Tun lernt man und erfährt man, wie unendlich groß das Potential der dreizehnten Kategorie ist.
"

 











« Letzte Änderung: Januar 12, 2014, 14:53:36 von Simone » Gespeichert
Simone
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« Antworten #3 am: Januar 12, 2014, 20:32:30 »

Mieke Mosmuller schreibt auch in „Die Kategorien des Aristoteles“ Seite 183:

… Man muss die Geduld und den Willen haben, sein ‚gewöhnliches‘ Bewusstsein Schritt für Schritt, systematisch, umzuformen. Der erste Schritt in dieser Umformung ist das Begreifen(-Wollen), dass eine solche Umformung nötig ist. Mit meinen Büchern versuche ich, dieses Verständnis zu vermitteln und gebe Anweisungen, wie man vorgehen kann. In den Romanen sieht man, erlebt man Beispiele dafür, wie Menschen sich in diesem Sinne entwickeln und was dies in ihrem Leben zuwege bringen kann.  ...“ [Unterstreichungen von mir]

Darum hier eine Übersicht über ihre (Lehr-)Bücher und ihre Romane.

Lehr-Bücher:

Zoek het licht, dat opgaat in het westen. Occident 1994.
Suche das Licht, das im Abendlande aufgeht. Occident 1994.
Seek the light that rises in the west. Occident 2012.

Ethisch Individualisme versus Kommunikatief Handelen, Kritiek op Jürgen Habermas’ Theorie. Occident 1998.
(deutsch: 2014 geplant)

Gewoon God. Gesprekken met Toon Hermans. De Fontein 1998.

Meditatie. Occident 2001.
Meditation.  Occident 2010.

De heilige Graal. Occident 2005.
Der heilige Gral. Occident 2007.

Waarom zou ik mediteren? Occident 2008.

Stigmata und Geist-Erkenntnis. Occident 2008.

Der lebendige Rudolf Steiner.
Eine Apologie. Occident 2008.      

Eine Klasse voller Engel. Über die Erziehungskunst. Occident 2009.

Arabeske. Das Integral Ken Wilber. Occident 2009.

Das Tor zur geistigen Welt.
Occident 2010.

Das menschliche Mysterium. Bildekräfte, Lebenskräfte, Gestaltung des menschlichen Leibes. Occident 2011.

Anschauen des Denkens.
Occident 2011.
Aanschouwen van het denken, Occident 2011.

Rudolf Steiner, Eine spirituelle Biographie. Occident 2011.         
Rudolf Steiner, Een spirituele biografie, Occident 2011.

Begreifen des Denkens. Occident 2012.

Ich mache, was ich will.
Freiheitsphilosophie für junge Menschen. Occident 2012.

Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe.
Erziehen von Kindern in den ersten sieben Jahren. Occident 2013.

Die Kategorien des Aristoteles.
Buchstaben des Weltenwortes. Occident 2013.

(18 bisher / davon 15 auf Deutsch)
_____________________________________________________________________________________________

Romane:

Moeder van een Koning. Occident 1995.
Mutter eines Königs. Occident 2004.

Gardevias. Occident 1996.

Lotus en Lelie. Occident 1997.

Ballade in g-klein. Occident 1998.

Der deutsche Geist. Occident 2000.

De man in het Vondelpark. Occident 2000.

Huis zonder Vensters. Occident 2001.

De wijsheid is een vrouw. Occident 2003.
Die Weisheit ist eine Frau. Occident 2006.

Johannes. Occident 2003.
Johannes, Dialoge über die Einweihung. Occident 2012.

Koningsweg. Occident 2005.
(deutsch: 2014 geplant)

Inferno. Occident 2007.
Inferno. Occident 2008.

Hemelse Roos. Occident 2010.
Himmlische Rose. Occident 2010.

Prometheus. Occident 2010.

Oneindige ogen van de nacht, Occident 2011.

(14 bisher/ davon 6 auf Deutsch)

Für jedes einzelne erschienene Buch und für alle, die noch erscheinen werden, danke ich von Herzen.
Denn wie Mieke Mosmuller auf Seite 203 in "Die Kategorien des Aristotels" schreibt:

"Der erste Grad in der modernen Einweihung ist das Begreifen. Der Verstand bietet zwar keine Möglichkeit, den Geist zu schauen oder auch nur zu erleben. Dasjenige jedoch, was von einem Eingeweihten geschaut und in Worte gefasst wurde, kann vom Verstand begriffen werden. Begreifen ist nicht nur ein Kenntnis-Nehmen von etwas, ein Verstehen, was gesagt oder geschrieben ist - es ist viel mehr als das. Man braucht den Willen, um Elemente miteinander in Verbindung zu bringen; um dasjenige, was hier steht, an dem zu prüfen, was dort steht; um Beziehungen zu entdecken, Entwicklungen zu sehen und so weiter. ..."


« Letzte Änderung: Januar 12, 2014, 20:35:28 von Simone » Gespeichert
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« Antworten #4 am: März 16, 2014, 16:52:36 »

Hier möchte ich auf einige weitere Autoren verweisen, welche im Zusammenhang mit "Wesen und Sein" oder "Sein und Wesen" aus meiner Sicht zu empfehlen sind:

  • Mieke Mosmuller: in "Der Heilige Gral" schreibt sie über den Verstand als wahre Frucht der alten Mystik
  • Mieke Mosmuller: in "Das Menschliche Mysterium" hat  die Autorin auf ihre Weise eine dem heutigen bzw. dem zukünftigen Menschen mögliche Form der "mystischen Versenkung" demonstriert - und zum aktiven Mittun eingeladen. Interessant wegen der Frage nach der Art und Weise der für den westlich geprägten Menschen praktizierbaren Mystik heute.
  • Außerdem: Rudolf Steiner im 8. Kapitel der "Philosophie der Freiheit" über die Mystik als "Philosophie des Gefühls"

Um sich mit der Siebengliedrigkeit der Entwicklung und des Denkens zu beschäftigen eignen sich aus meiner Sicht besonders

Was die Praxis der sogenannten "Spiegel-Dialoge" angeht, welche zur Idendifikation von Wesen und der mit ihnen für den Menschen verbundenen Aufgaben führen können, so sei verwiesen auf:


Außerdem immer wieder in Bezug auf den Zusammenhang der 12-heit der Weltanschauungen und der 7 Planetenstimmungen zu empfehlen:

« Letzte Änderung: April 06, 2014, 15:05:59 von Simone » Gespeichert
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